Bei der Wärmeerzeugung im Heizkessel kann viel Energie gespart werden. Die meisten Heizkessel im Bestand sind sog. Niedertemperatur-Heizkessel, deren Kesseltemperatur gleich der Heizungsvorlauftemperatur ist. Da diese Kessel in ihrer Nennleistung meistens überdimensioniert sind, haben die Brenner viele Ein-/Ausschaltvorgänge über den Tag verteilt. Dadurch sinkt ihr Jahreswirkungsgrad erheblich und es geht viel Energie ungenutzt verloren.

Wie kann hier Abhilfe geschaffen werden?

  • Einbau eines Pufferspeichers mit mindestens 500 Liter. Dieser wird vom Heizkessel bis 90°C (bei Niedertemperaturheizkessel) in einem Vorgang aufgeheizt. Die Wärme wird dann über einen Mischer in den Heizkreislauf eingespeist, bis die Temperatur im Puffer auf das Nieveau der benötigten Heizungsvorlauftemperatur gesunken ist. Dies reduziert die Brennerstarts erheblich und erhöht den Jahreswirkungsgrad entsprechend.
  • Umstieg auf die aktuelle Heizkessel-Generation mit der sog. Brennwerttechnik. Dabei wird zusätzlich die Kondensationswärme im Abgas zu Heizzwecken ausgenutzt, was zu sehr niedrigen Abgastemperaturen führt, die wiederum einen speziellen feuchteresistenten Schornstein benötigen. Diese Technik bringt eine Energieeinsparung von 15-20% gegenüber der Niedertemperaturtechnik. Brennwertgeräte gibt es für Gas-, Heizöl- und mittlerweile auch für Pelletskessel. Da die Heizungsrücklauftemperatur unter der Taupunkttemperatur des Abgases (ca. 52-60°C) liegen sollte, damit der Brennwerteffekt ausgenutzt werden kann, lässt sich diese Technik bei Heizungen, die einer höheren Rücklauftemperatur bedürfen (s. hydraulischer Abgleich!), nicht optimal einsetzen. Um aber auch in solchen Fällen die Brennwerttechnik voll ausnutzen zu können, gibt es Brennwertgeräte, die die vom Brenner angesaugte Verbrennungsluft vorwärmen, somit das Abgas unabhängig von der Heizungsrücklauftemperatur unter den Taupunkt abkühlen und die Kondensationswärme im Abgas ausnutzen.

Quelle: Veritherm

Umstieg auf Heizgeräte, die mit nachwachsenden Brennstoffen befeuert werden. Dazu zählen Heizkessel für Pellets, Scheitholz und bei großen Anlagen für Hackschnitzel. Bei diesen Geräten ist der Primärenergieeinsatz besonders niedrig und die CO2-Bilanz fast ausgeglichen, was unmittelbar der Umwelt zugute kommt und oft auch die preiswertere Art des Heizens ist. Nachwachsende Brennstoffe können auch in dezentralen Wärmeerzeugern wie Kachel- und Kaminöfen verfeuert werden, die allerdings raumluftunabhängig betrieben und mit einer Wassertasche für den Anschluss an das zentrale Heizsystem ausgestattet sein sollten. Voraussetzung ist dabei immer ein entsprechend dimensionierter Pufferspeicher.

Umstieg auf eine elektrisch betriebene Wärmepumpe. Wenn die Wärmepumpe richtig dimensioniert und betrieben wird, ist es möglich, dass Primärenergie gegenüber fossil beheizten Heizkesseln eingespart wird. Da die Vorlauftemperatur auf ca. 55°C beschränkt ist, muss die Heizung entsprechend ausgelegt sein (z. B. Fußbodenheizung). Die Wärmepumpe holt Wärmeenergie aus der Umwelt über die Luft, das Grundwasser, das Erdreich oder aus Oberflächengewässern.

  • Umstieg auf ein Heizgerät mit Kraft-Wärme-Kopplung. Dieses besteht aus einen Verbrennungsmotor (Dieselmotor für Heizöl, RME oder Rapsöl bzw. Ottomotor für Erdgas oder Bio-Sprit bzw. Stirling-Motor für alle Brennstoffarten), der einen Generator für elektrische Energie antreibt. Es wird also Wärme- und Stromerzeugung in einem Vorgang untrennbar gekoppelt und immer im gleichen Verhältnis zueinander (ca. 1/3 elektrische und 2/3 thermische Energie) gewonnen. Der Strom kann ins öffentliche Netz eingespeist (Vergütung nach EEG) oder unmittelbar im Haus verbraucht werden. Mit diesen Geräten lässt sich Primärenergie einsparen.
  • Umstieg auf ein vorhandenes Nah- oder Fernwärmenetz. Je nachdem, wie in der Wärmezentrale die Wärme erzeugt wird, können beträchtlich Primärenergie und Kosten eingespart werden.
  • Isolieren aller sichtbaren Warmwasser- und Heizungsleitungen und aller Armaturen und Pumpen. Im Heizungskeller sollte dann eine Temperatur von 13-15°C herrschen. Diese Maßnahme ist mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben.