Bei einem energetisch nicht sanierten Haus geht der größte Teil der aufgewandten Heizenergie über die Außenhülle verloren (sog. Transmissionswämeverlust). Deshalb liegt in ihrer energetischen Sanierung das größte Einsparpotential.

In den meisten Fällen saniert man mit dem sog. Wärmedämmverbund-System (WDVS), bei dem mit auf einander abgestimmten Materialien und Techniken durch eine Fachfirma eine Außendämmung auf die Außenwand aufgebracht wird. Dadurch wird der Wärmeverlust durch die Außenhülle auf ca. ein Fünftel bis ein Siebtel reduziert. Da die Außenwände außen nicht mehr auf Außentemperatur abgekühlt werden, sind sie in der Lage, Wärme fast auf Innentemperaturniveau zu speichern.

Bei der Außendämmung sind folgende Gegebenheiten zu berücksichtigen:

  • Die Fensterlaibungen werden um die Dämmstärke (typisch 16 cm + 2 cm Putz) tiefer. Bei kleinen Fenstern kann dies zu einer spürbaren Verschattung führen
  • Fenstersimse müssen an die neue Wandstärke angepasst werden
  • Dachrinnen müssen verzogen werden
  • Außenniedergänge zu beheizten Räumen werden um die Dämmstärke schmäler
  • Dachvorsprünge müssen evtl. vergrößert werden
  • Hausanschlüsse (z. B. Außentreppen, Außentrennwände oder Geländeranschlüsse) müssen mitunter aufwendig energetisch getrennt werden, damit sie keine Wärmebrücken darstellen

Dafür müssen im Inneren des Gebäudes keine Maßnahmen durchgeführt werden.

Soll hingegen die Außenhülle nur bei einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder bei einem denkmalgeschützten Haus, dessen Fassade nicht verändert werden darf, energetisch saniert werden, kommt meist eine Außendämmung nicht in Frage.

In diesen Fällen kommt die Innendämmung der Außenwände in Betracht, die zwar in ihrem Ergebnis mit einer entsprechenden Außendämmung vergleichbar, aber sehr viel aufwändiger in ihrer Durchführung ist. Es muss nämlich unter allen Umständen verhindert werden, dass Feuchtigkeit aus dem Innenraum in die Dämmung und die Außenwand eindiffundiert. Dies kann durch Anbringen einer Dampfsperre in Form einer feuchteundurchlässigen Folie oder einer Feuchtigkeit speichernden kapillaren Schicht (z. B. aus Kalziumsilikat) als innerste Dämmschicht und einer feuchteundurchlässigen Kleberschicht verhindert werden.

Dabei ist allerdings Folgendes zu bedenken:

  • Durch eine Innendämmung wird das Innenraumvolumen verkleinert
  • Beim Einsatz einer Dampfsperrenfolie dürfen keine Nägel oder Dübellöcher in die Wand geschlagen oder gebohrt werden
  • Heizkörpernischen können nicht beliebig stark gedämmt werden und stellen somit eine Gefahr für Wärmebrücken dar
  • Zimmerecken stellen Wärmebrücken dar, es sei denn, man dämmt auch Innenwände und -Decken, die an die Außenwand stoßen, wenigstens zum Teil, was allerdings ästhetische Probleme aufwirft
  • Da die Außenwände kühler sind als ohne Innendämmung, findet keine Wärmespeicherung auf Innentemperaturniveau statt wie bei der Außendämmung